FlexPro für große Datenmengen optimieren

23.08.2021

FlexPro verbindet in einzigartiger Weise hohen Bedienkomfort mit hoher Performance und eignet sich daher für eine besonders breite Palette von Anwendungen. In manchen Bereichen lassen sich höherer Bedienkomfort und höhere Bediensicherheit jedoch nur mit Verlust an Datendurchsatz erreichen. FlexPro löst dieses Dilemma, indem es Ihnen verschiedene Einstellmöglichkeiten bietet, die Ihnen eine Optimierung für Bedienkomfort oder Datendurchsatz ermöglichen. Vorgabemäßig ist FlexPro für höchsten Bedienkomfort und Bediensicherheit optimiert. Die folgenden Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie FlexPro für große Datenmengen bzw. hohen Datendurchsatz optimieren möchten.

Format und Betriebsmodus der Projektdatenbank

Standardmäßig arbeitet FlexPro auf einer temporären Kopie der FlexPro-Projektdatenbank und speichert diese erst bei Anwendung des Befehls Projektdatenbank speichern an die gewünschte Stelle. Wenn Sie mit großen Datenmengen arbeiten, sollten Sie die Projektdatenbank vor dem Beginn der eigentlichen Arbeit im Ablageformat In mehreren Ordnern und Dateien am gewünschten Ort auf der Festplatte anlegen und im Modus Zum direkten Bearbeiten öffnen:

1.Starten Sie FlexPro, um eine leere Projektdatenbank zu erhalten.

2.Klicken Sie auf Datei > Speichern unter.

3.Im Dialogfeld Speichern unter wählen Sie den Festplattenordner, in dem die Projektdatenbank angelegt werden soll.

Hinweis Sie sollten die Projektdatenbank auf einer lokalen Festplatte anlegen und nicht in einem Netzwerkordner.

4.Geben nun den gewünschten Namen im Feld Dateiname an.

5.Wählen Sie als Ablageformat In mehreren Ordnern und Dateien und klicken Sie auf Speichern.

6.Klicken Sie nun auf Datei > Öffnen.

7.Im Dialogfeld Öffnen klicken Sie auf Durchsuchen und wählen Sie die gerade gespeicherte Projektdatenbank aus.

Hinweis Die Projektdatenbank hat die Namenserweiterung .fpd. Im gleichen Ordner befindet sich ein gleichnamiger Unterordner mit der Namenserweiterung .db. Dieser enthält später alle angelegten Objekte als Dateien.

8.Als Modus wählen Sie Direkt.

Die Projektdatenbank ist nun angelegt und kann verwendet werden.

Abschalten der globalen Korrektur von Verweisen beim Umbenennen von Objekten

Wenn Sie ein Objekt in einer FlexPro-Projektdatenbank umbenennen, durchsucht FlexPro die vollständige Projektdatenbank nach Objekten, die Verweise auf dieses Objekt enthalten, um diese zu korrigieren. Dies kann bei großen Projektdatenbanken viel Zeit in Anspruch nehmen.

1.Klicken Sie auf Datei > Optionen.

2.Klicken sie auf die Registerkarte Bedienung.

3.Entfernen Sie die Markierung von der Option Beim Suchen nach Verweisen die komplette Projektdatenbank durchsuchen. FlexPro durchsucht dann nur noch den Ordner, in dem sich das umbenannte Objekt befindet.

Abschalten der Vorschau

Die Vorschau von FlexPro kann abgeschaltet werden, um den Datendurchsatz zu erhöhen. Klicken Sie hierzu auf Schließen in der Titelleiste des Vorschaufensters.

Hinweis Mit Ansicht[Aufgabenfenster] > Anzeigen > Vorschau können Sie die Vorschau jederzeit wieder einschalten.

Neuberechnung von Bildern und Berechnungsergebnissen vermeiden

Bilder von Diagrammen und Tabellen und Berechnungsergebnisse von Formeln kann FlexPro in der Projektdatenbank speichern. Beim erneuten Öffnen der Projektdatenbank stehen diese dann direkt zur Verfügung und müssen nicht erneut berechnet werden.

1.Klicken Sie auf Datei > Optionen.

2.Im Dialogfeld Optionen wechseln Sie auf die Registerkarte Projektdatenbank.

3.Markieren Sie die Optionen Berechnete Bilder von Präsentationsobjekten in der Projektdatenbank speichern und Berechnungsergebnisse von Formeln in der Projektdatenbank speichern.

Datenimport

Wenn Sie Daten in die FlexPro-Projektdatenbank importieren, sollten Sie nur die benötigten Datensätze auswählen und diese im Modus Kopieren importieren. Wenn Sie mit äquidistant abgetasteten Signalen arbeiten, sollten Sie diese als Signale importieren:

1.Klicken Sie auf Daten[Import aus Dateien und Datenbanken] > Binärdaten.

2.Im Dialogfeld Importieren wählen Sie im Feld Kanalauswahl die Option Manuell und im Feld Daten die Option Kopieren und im Feld Datenstruktur die Option Signale.

3.Klicken Sie auf Öffnen, um die Daten zu importieren.

Verwenden der Cursor bei großen Datensätzen

Wenn Sie z. B. mehrere Kanäle einer großen Messung cursorn möchten, können Sie entweder ein einziges Diagramm mit gestapelten Y-Achsen oder ein Arbeitsblatt-Objekt mit je einer Ebene pro Diagramm verwenden. Das Arbeitsblatt bietet mehr Möglichkeiten, um die einzelnen Kanäle unabhängig zu zoomen und zu scrollen.

1.Markieren Sie alle Datensätze, die Sie cursorn möchten.

2.Klicken Sie auf Einfügen[Container] > Arbeitsblatt und klicken Sie auf das Symbol mit der gewünschten Fensteraufteilung.

Die Cursor werden bei der Positionierung mit der Maus auf den Punkt mit dem geringsten Abstand zur angeklickten Position gesetzt. Hierzu müssen diese Abstände für alle XY-Wertepaare des Kurvenzuges berechnet werden, was bei großen Datenmengen zu Verzögerungen führt. Schalten Sie die Cursor deshalb in einen Modus, bei dem nur die angeklickte X-Position berücksichtigt wird:

1.Klicken sie auf das Diagramm, für welches Sie die Positionierung mit der Maus beschleunigen wollen.

2.Klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Arbeitsblatt und wählen Sie Eigenschaften.

3.Im Dialogfeld Eigenschaften klicken Sie auf die Registerkarte Cursoreinstellungen (aktives Diagramm).

4.Wählen Sie im Feld Mauspositionierung die Option Über X-Position.

5.Wiederholen Sie die Schritte ggf. für weitere Diagramme.

Beim Zoomen von Ausschnitten sollten Sie die Methode X-Bereich zwischen den Cursor spreizen dem Gummiband vorziehen.

1.Klicken Sie auf das rechte Ende des gewünschten Ausschnitts, um den Führungscursor auf diese Position zu setzen.

2.Betätigen Sie die Tabulator-Taste, um den Ursprungscursor zu aktivieren.

3.Klicken Sie auf das linke Ende des gewünschten Ausschnitts.

4.Wählen Sie Cursortools/Cursor[Kurvenzug zoomen] > Spreizen.

Hinweis Sie sollten den Ausschnitt so klein wie möglich wählen. Spätere Scroll-Operationen werden dann schneller. Zum Scrollen sollten Sie die Pfeile an der Scrollleiste für kleinere Verschiebungen verwenden. Nur für größere Sprünge im Kurvenzug verwenden Sie den Schieber der Scrollleiste.

Optimierung der Analyse

Ihre Analyse sollten Sie mit kleineren Datenmengen anlegen und testen und erst die fertige Analyse auf große Datenmengen anwenden. Sie können z. B. einen relativ kleinen Datensatz importieren, die Reduce-Funktion von FPScript verwenden, um die Daten zu dezimieren, oder mit dem Indexoperator einen Ausschnitt der Daten bilden.

Den Speicherbedarf der Laufzeitumgebung für die Analysesprache FPScript können Sie für Ihren Rechner optimieren.

1.Klicken Sie auf Datei > Optionen.

2.Klicken sie auf die Registerkarte Systemeinstellungen.

3.Geben Sie im Feld Maximale Datensatzgröße im Hauptspeicher einen Wert ein, der über der Größe der von Ihnen verwendeten Datensätze in Megabyte liegt. Wenn Sie z. B. Datensätze mit 10.000.000 64-Bit Fließkommazahlen vorliegen haben, sollten Sie einen Wert von mindestens 80 Megabytes (1 Megabyte = 1048576 Byte) eingeben, da für jeden 64-Bit Fließkommawert 8 Byte benötigt werden.

4.Im Feld Maximale Speicherbelegung für Datensätze geben Sie einen Wert ein, der ca. 70% Ihres verfügbaren Arbeitsspeichers entspricht.

5.Schließen Sie FlexPro.

6.Öffnen Sie nun den Task-Manager von Windows, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Task-Leiste klicken und Task-Manager auswählen.

7.Starten Sie nun FlexPro erneut und führen Sie eine typische Datenanalyse durch.

8.Verfolgen Sie hierbei die Angabe Auslagerungsdatei auf der Registerkarte Systemleistung des Task-Managers. Der Wert sollte den in Ihrem Rechner verfügbaren Hauptspeicher, angezeigt als Wert Insgesamt im Feld Physikalischer Hauptspeicher, um nicht mehr als 20% übersteigen.

9.Überschreitet der Speicherbedarf diesen Grenzwert signifikant, so sollten Sie den Wert im Feld Maximale Speicherbelegung für Datensätze wieder auf einen kleineren Wert zurücksetzen.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten

Wenn Sie alle obigen Punkte berücksichtigen, können Sie den Datendurchsatz von FlexPro erheblich steigern. Bevor Sie jedoch riesige Datenmengen analysieren und verwalten, sollten Sie prüfen, ob die Datenmenge nicht schon bei der Erfassung verringert werden kann. Sie sollten die Abtastrate bei der Messung an der Bandbreite der zu messenden Signale ausrichten und nicht an den Möglichkeiten des Messsystems. Wenn Ihr System über gute Antialiasingfilter verfügt, macht es im Allgemeinen wenig Sinn, die Signale erheblich überabzutasten. FlexPro hat auch keine Probleme damit, Daten unterschiedlicher Abtastrate zu verarbeiten und gemeinsam darzustellen. Sie können daher langsamere Signale, z. B. Temperaturen, auch mit geringerer Abtastrate als schnelle Signale erfassen.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten bestehen in der Auswahl der richtigen Darstellungsform. So ist z. B. für einen 3D-Datensatz eine Wasserfalldarstellung wesentlich schneller als eine Oberflächengrafik. Auch sollte immer berücksichtigt werden, ob die Daten in der vollen Auflösung visualisiert werden müssen, oder ob diese vorher dezimiert werden können.

Siehe auch

Projektdatenbank

Effiziente Datenanalyse

Problembehandlung bei Projektdatenbanken

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